

Der Jahrhundertroman Die Blechtrommel (1959) von Günter Grass ist über jede Kritik erhaben. Umso herausfordernder ist die Umsetzung des Monumentalwerkes auf der Bühne.
Die Idee des Hamburger Schlagzeugers Stefan Weinzierl ist naheliegend und dennoch einzigartig: Ausgewählte Szenen werden von Schauspieler Devid Striesow gelesen. Atmosphärisch untermalt und immer wieder erhalten die vielfältigen Schlaginstrumente ihren solistischen Platz.
Sprache und Musik erzählen das Leben des Oskar Matzeraths. Mit drei Jahren stellt er sein Wachstum ein und erlebt aus scheinbarer Kindheitsperspektive die Welt der Erwachsenen. Die Lebensgeschichte reicht von der Geburt 1924 in Danzig bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.
Wie Oskar seine Stimme zum Trommelspiel erhebt, kombinieren Striesow und Weinzierl die starke Ausdruckskraft von Günter Grass’ Roman mit den facettenreichen Klangfarben von Vibraphon, Marimba, Percussion und Live-Elektronik. Entsteht dabei ein einzigartiges, intensives Text-Musik-Erlebnis – dessen Botschaft in einer Zeit von zunehmendem Nationalismus und Populismus wieder immens an Aktualität gewonnen hat.
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