

Ultra Sunn, das belgische Duo, schreibt seine Songs aus dem Inneren einer europäischen Nacht heraus: kühl, präzise und von einer fast asketischen Eleganz. Ihre Musik bewegt sich im Spannungsfeld von Cold Wave, EBM und minimalem Synthpop – ohne je in Nostalgie zu kippen.
Die Beats sind streng, die Melodien zurückhaltend, der Gesang von einer kontrollierten Dringlichkeit: Er deutet an, erklärt aber nicht alles. Es ist Musik, die nicht um Aufmerksamkeit buhlt, sondern Haltung zeigt – dunkel, aber nicht hoffnungslos; distanziert, aber zutiefst menschlich.
Sydney Valette arbeitet hingegen mit Reibung. Der Pariser Produzent und Performer versteht Elektronik als Körperarbeit: verzerrte Synthesizer, aggressiv pulsierende Rhythmen und eine Stimme, die zwischen Beschwörung und Kontrollverlust oszilliert.
Seine Tracks sind keine Flucht in die Maschine, sondern ein Kampf mit ihr: Industrial, Wave und Techno verschmelzen zu einer rohen, physisch spürbaren Form von Pop. Valette macht Musik, die nicht gefallen will, sondern fordert.
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