

Wenn Mike Kerr seinen Bass aufheulen lässt und Ben Thatcher am Schlagzeug dagegenhält, klingt das nach deutlich mehr als zwei Musikern. Royal Blood haben aus ihrer kleinen Besetzung eine große Idee gemacht: Rockmusik, die sich nicht zwischen wuchtigen Riffs und mitreißenden Melodien entscheiden muss.
Mit ihrem fünften Studioalbum „Dead Company“, das am 06.11.2026 erscheint, schärft das britische Duo diesen Ansatz. Nach einer Phase abseits des Rampenlichts kehrten Kerr und Thatcher 2025 ohne Zeitdruck ins Studio zurück. Ihre Ausgangsfrage war: Was lässt sich mit zwei Menschen und zwölf Tönen noch alles anstellen?
Die zehn selbst produzierten Songs sollten möglichst roh, menschlich und unmittelbar klingen. Statt den Sound auszuschmücken, legten Royal Blood seinen Kern frei – mit der Bühne vor Augen: Das Album wurde ausdrücklich für das Live-Erlebnis geschrieben und aufgenommen.
Die zuerst ausgekoppelte Single „Ten Over Ten“ zeigt, wohin diese Lust am Loslegen führt. Bedrohlich rollender Desert Rock trifft auf die kompromisslose Wucht von Motörhead. Die Inspiration dafür fand Kerr bei seinem Marathontraining, wo Durchhalten ganz unmittelbar körperlich wird. Aus dem Ringen um Ausdauer wurde ein Song über das Weitermachen und das Verschieben eigener Grenzen.
Auch „Swallow The Bomb“ zeigt das Duo von einer noch härteren Seite und lässt keine Verschnaufpause. Der Titeltrack kommt melodiöser in der Schroffheit der Riffs daher. Royal Blood können verschiedene Einflüsse in ihre Musik einfließen lassen und dennoch unverkennbar sie selbst bleiben.
Ihr selbstbetiteltes Debütalbum brachte Royal Blood 2014 direkt an die Spitze der britischen Charts. Aus dem Überraschungserfolg wurde eine bemerkenswerte Serie: Auch „How Did We Get So Dark?“ (2017), „Typhoons“ (2021) und „Back To The Water Below“ (2023) erreichten dort Platz eins.
Dazwischen nahmen Royal Blood, fast nebenbei, 2015 einen BRIT Award als beste britische Band entgegen. Was als ungewöhnlich besetztes Rockduo aufhorchen ließ, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zum internationalen Festival- und Arena-Act. Wie weit ihr Zusammenspiel trägt, haben Royal Blood längst auch auf großen Bühnen bewiesen – etwa 2023 auf der Pyramid Stage beim Glastonbury Festival.
Auf „Dead Company“ spielen Royal Blood nach eigener Aussage schneller und härter als je zuvor. Die Tour im März 2027, mit Stopps in Köln, Berlin und München, bietet nun Gelegenheit, diese neue Energie unmittelbar zu erleben.
Wenn Bass und Schlagzeug einander antreiben, die Riffs durch den Raum gehen, wird aus zwei Musikern und einem Saal voller Menschen ein gemeinsamer Kraftakt.
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