

Georg Friedrich Händel – Te Deum
Maurice Duruflé – Requiem
Krieg galt früher als legitim, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Heute scheint das wieder so zu sein. Dabei kann man eigentlich nur verlieren – mindestens Menschenleben. Der Rheinische Kammerchor kombiniert in seinem Konzert zwei epochale Werke, die Genregrenzen und musikalische Traditionen erweitern und sich mit Krieg und Tod beschäftigen.
Georg Friedrich Händel schrieb sein Dettinger Te Deum 1743. Gefeiert wird damit der Sieg des englischen Königs Georg II. in einer Schlacht gegen eine französische Armee – eben bei der kleinen fränkischen Stadt Dettingen. Es war keine sehr bedeutende Schlacht für den Verlauf des österreichischen Erbfolgekriegs, und der Sieg Georgs II. resultierte vor allem aus Fehlern der Franzosen.
Händel feiert Georg jedoch mit einer musikalischen Pracht, die alles übertrifft, was bislang zu solchen Anlässen üblich war. Die ungezählten Toten und Verletzten der Schlacht schienen schnell vergessen.
Maurice Duruflés Requiem entstand rund 200 Jahre später, unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs, der so viele Menschenleben kostete wie kein anderer Krieg.
Es ist eine konzentrierte, kontemplative Totenmesse, die gregorianische Choräle aufgreift, barocke Polyphonie und die Farbigkeit des französischen Impressionismus vereint. Die Musik kommt aus dem Nichts und verschwindet wieder im Nichts.
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