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So.
04 Okt.
2026
Im lyrischen Werk von Rainer Maria Rilke nehmen dessen „Improvisationen aus dem Capreser Winter“ eine Sonderstellung ein. 1906 und 1907 auf Capri geschrieben, nimmt dieser Verszyklus die kurz darauf entstandenen „Ding-Gedichte“ Rilkes jedoch keineswegs vorweg, sondern versucht, über den Klang des gesprochenen Wortes den Sinn des Gesagten erfassen zu lassen. Dafür braucht es keine besondere Vorbereitung: Nur Intuition und Emotion zählen.
Gerade deshalb ist dieses Gedicht ein Geschenk für eine Improvisationskünstlerin wie Tamara Lukasheva.
Auch und gerade deshalb geht es der in Köln lebenden, 1988 im ukrainischen Odesa geborenen Sängerin und Pianistin oftmals darum, mit der Stimme hinter die Dinge zu kommen und zur ursprünglichen Bedeutung einer Sache zu gelangen. Ihr Gesang ist Mittler und Medium zugleich.
Die Person Tamara Lukasheva tritt in den Hintergrund, um den Wesenskern und das Grundlegende in den Versen Rilkes allein durch das Timbre der Stimme zu erfahren – pur, rein und echt.