Deine Veranstaltungen
in Köln



Do.
05 Nov.
2026
Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten gehört Béatrice Martin, besser bekannt als Cœur de Pirate, zu den prägendsten Stimmen der frankokanadischen Popmusik. Ihre Karriere begann fast beiläufig: mit ein paar Songs auf MySpace – intime Skizzen, die eher wie geheime Tagebucheinträge wirkten als wie ein Debüt. Doch ihr unverwechselbares Timbre, diese Mischung aus melancholischer Klarheit und jugendlichem Trotz, verbreitete sich rasch über Québec hinaus. Innerhalb weniger Monate wurde Martin ein internationaler Name, ihr erstes Album stieg in die Charts – in Europa wie in Nordamerika.
Dass hinter dieser frühen Leichtigkeit ein Kampf stand – gegen Panikattacken, Erwartungen und innere Widerstände – hat Martin später offen erzählt. Ihre Songs wirken seit jeher wie verschlüsselte Selbstdiagnosen, in denen Hoffnung, Verletzlichkeit und Trotz eng beieinanderliegen. Die Musikerin, die als Kind am Konservatorium Klavier spielte, Soundtracks komponierte, Ausflüge in rein instrumentale Musik wagte und ihr Leben wiederholt neu sortieren musste, hat sich angewöhnt, das Private nicht zu verstecken, sondern in Kunst zu verwandeln. Vielleicht erklärt gerade das ihre enorme Resonanz: Cœur de Pirate gibt ihren Hörer*innen das Gefühl, einem sehr persönlichen, manchmal schmerzhaft ehrlichen Prozess beizuwohnen.
Wenn sie nun mit „En cavale“ zurückkehrt, wirkt vieles wie ein Neubeginn und gleichzeitig wie eine Rückbesinnung auf das, was sie berühmt gemacht hat. Auf der Bühne verbindet sie die fragile Intimität ihrer frühen Stücke mit einem selbstbewussten, fast leuchtenden Pop, der größer, klarer und körperlicher geworden ist.
Die neuen Konzerte sind sorgfältig inszenierte Reisen durch Stimmungen und musikalische Kapitel: ein Wechselspiel aus leisen Momenten am Klavier und kraftvollen Passagen, in denen Martin tanzend die Bühne erobert. Es ist eine Kunst, die ihre biografischen Brüche nicht kaschiert, sondern in Energie verwandelt.
Im Herbst 2026 kommt Cœur de Pirate für drei Konzerte nach Deutschland – ein seltenes, umso dringlicheres Versprechen eines Abends, den man nicht so schnell vergisst.