

„Wir sind entleibt, gehören uns nicht selbst, sind ein Bericht nur, wir leben nur im Hirn des Lesers, sind eine Handelsware.“
Laura und Eduard: frisch verheiratet und schon verkracht. Was ihnen noch fehlt, ist lediglich eine juristisch tragfähige Begründung zur Auflösung der Ehe.
Für genau solche Fälle bietet das „Büro für Familienangelegenheiten“ seine Dienste an – mit dem perfekten Scheidungsgrund im Serviceangebot: den schönen Herrn Hermann. Doch die Sache hat nur einen Haken: Der professionelle Herzensbrecher verliebt sich regelmäßig in seine Klientinnen. So auch diesmal.
Der inszenierte Seitensprung läuft völlig aus dem Ruder und endet in einem öffentlichen Eklat – gefundenes Fressen für die Boulevardpresse, die den Skandal genüsslich ausschlachtet und das Scheidungspaar effizient vermarktet.
Im Zeichen von medial gehypten Pseudo-Skandälchen, Radau-Journalismus und „Fake-News“ hat auch nach knapp einhundert Jahren die an der Berliner Krolloper 1929 uraufgeführte Zeitoper „Neues vom Tage“ von Paul Hindemith ihren satirischen Biss erhalten.
Musikalisch bietet die Oper ein schillerndes Kaleidoskop aus 1920er-Jahre-Revue, Kabarett und klassischen Opernstilen: neoklassisch-unterkühlte Künstlichkeit mit einem Hang zur absurden Karikatur.
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