

Ein talmudisches Tingeltangel rund um Franz Kafkas „Prozess“ – mit Musik von Bach über Schumann bis jiddischem Vaudeville. In einer Fassung von Sibylle Baschung, Adam Benzwi und Barrie Kosky. Dabei kommen Texte aus „Der Prozess“, „Ein Hungerkünstler“, „Das Urteil“, „In der Strafkolonie“ sowie aus Kafkas Tagebüchern und Aphorismen zum Einsatz.
Das Berliner Ensemble ist ausgewählt ins Theatertreffen 2026 von nachtkritik.de.
Sein ganzes Leben hat Franz Kafka mit der Frage gerungen, was sein Jüdischsein für ihn bedeutet. Aufgewachsen in einer assimilierten Familie verband er die Synagogenbesuche eher mit Zwang. Die religiösen Regeln befremdeten ihn mindestens genauso, wie sie ihn faszinierten. Kaum verwunderlich, dass es vielmehr die jüdische Kultur, genauer gesagt: das Theater in jiddischer Sprache war, welches Kafka den ersten Anstoß gab, sich dem Judentum zu nähern.
Kafka besuchte regelmäßig die Aufführungen einer ostjüdischen Theatergruppe. Ihre tragikomische Erzählweise, die Vermischung von Gesang, Tanz, Drama und der selbstverständliche Umgang mit dem Jiddischen beeinflussten nachweislich sein Schreiben. Vor diesem Hintergrund inszeniert Barrie Kosky Kafkas berühmtesten Roman „Der Prozess“ und weitere Texte als Auseinandersetzung mit Kafkas Judentum auf Deutsch, Jiddisch, Hebräisch – jeweils mit deutschen Untertiteln – und natürlich mit viel Musik!
Noch keine Bewertungen für dieses Event.