

Komödie von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob
Mit: Martin Armknecht, Madeleine Niesche, Maximilian Claus, Thomas Jansen und Mehmet M. Yilmaz
Regie: Stefan Schneider
Bühne: Tom Grasshof
Kostüme: Monika Seidl
Eigentlich ist es nur eine Formsache: Die Mitgliederversammlung eines Tennisclubs in der deutschen Provinz soll über die Anschaffung eines neuen Grills für die Vereinsfeiern abstimmen. Normalerweise kein Problem – gäbe es nicht den Vorschlag, auch einen eigenen Grill für das einzige türkische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn gläubige Muslime dürfen ihre Grillwürste bekanntlich nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen.
Eine gut gemeinte Idee, die jedoch immense Diskussionen auslöst und den eigentlich friedlichen Verein vor eine Zerreißprobe stellt: Wie viele Rechte muss eine Mehrheit einer Minderheit einräumen? Muss man Religionen tolerieren, auch wenn man sie ablehnt? Gibt es auch am Grill eine deutsche Leitkultur? Und sind eigentlich auch Vegetarier eine Glaubensgemeinschaft?
Immer tiefer schraubt sich der kleine Konflikt um den Grill in die Beziehungen der Mitglieder.
Ebenso respektlos wie komisch stoßen Atheisten und Gläubige, Deutsche und Türken sowie „Gutmenschen“ und Hardliner frontal aufeinander. Und allen wird klar: Es geht um mehr als einen Grill – es geht darum, wie wir zusammenleben. Zumal die Grenzen zwischen „rechts und links“, „tolerant und intolerant“ sowie „religiös und ungläubig“ viel fließender sind, als man denkt.
Die Zuschauer sind als Vereinsmitglieder direkter Teil des Geschehens und erleben mit, wie sich eine Gesellschaft komplett zerlegen kann – in einer schnellen, hochpointierten und sehr aktuellen Komödie. Sie feierte auf vielen deutschen Bühnen große Erfolge und war in diesem Jahr auch im Kino erfolgreich.
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