

Mit Woyzeck und Marie erscheinen erstmals die sozial Benachteiligten als tragische Protagonist*innen im modernen deutschen Drama.
Georg Büchner hatte Kriminalfälle seiner Zeit studiert und fragt mit seinem Woyzeck, wie frei Menschen überhaupt entscheiden können. Das Fragment liegt in vier Handschriften vor: Nur in der frühesten gibt es die Szene des Mordes.
Schicht um Schicht fächerte der 23-jährige Autor kurz vor seinem Tod die psychologischen und sozialen Spannungen auf, die Woyzeck zum Mord treiben.
Ikonisch und monströs sind Büchners übrige Figuren: der gewalttätige Tambourmajor, der perfide Doktor und der zynische Hauptmann.
Büchners Text ist selbst wie ein Messer, das die Hülle gesellschaftlicher Konventionen durchdringt und die menschlichen Triebe und Begierden bloßlegt.
Hausregisseurin Lily Sykes inszeniert in ihrer dritten Dresdner Arbeit Büchners Jahrmarktskosmos voll Sinnlichkeit, Gewalt, Humor und Poesie.
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