

„Der erste Mensch“ nach Albert Camus
2. Teil
Im ersten Teil hat der Protagonist in zwei faszinierenden Kapiteln von seiner Kindheit in den Armenvierteln Algiers erzählt – und davon, wie er neben der archaischen Schönheit der Einfachheit die Bildung entdeckt. Als Kind in einer Familie von Analphabeten aufgewachsen, wird er am Ende der Geschichte mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.
Im zweiten Kapitel kehrt der Ich-Erzähler zurück in seine Heimatstadt, nach Algier, zu seiner mittlerweile alt gewordenen, fast taubstummen Mutter. Sie lebt mit ihrem Bruder, seinem Onkel Etienne, noch immer in der armen Wohnung der inzwischen verstorbenen Großmutter. Zugleich trifft er auf eine Welt, die sich in rasendem Tempo verändert: Die französische Kolonie Algerien strebt nach Unabhängigkeit. Camus setzt sich ein für die Rechte der Berber und Araber und sorgt sich gleichzeitig um das Leben der Seinen.
Er wird gewahr, wie ihm seine Heimat im Kampf der Aufständischen entgleitet, und begibt sich auf die Suche nach seinem Vater, der im 1. Weltkrieg gefallen ist und den er nie kennengelernt hat. Dabei beginnt er sich zu fragen, wie es dazu kommen konnte, dass Menschen wie seine Vorfahren in diesem, ihnen damals fremden Landstrich gelandet sind – und wie „Heimat“ in einem modernen Sinn zu begreifen ist: nicht nur als Heimat der Indigenen, sondern auch als Heimat der im Laufe zahlreicher Migrationswellen und Kolonialisierungsphasen ins Land Gekommenen.
Nach knapp 90 Vorstellungen in Theatern wie den Kammerspielen München, dem Schauspiel Bochum, dem Schauspiel Frankfurt und am Staatschauspiel Dresden bringt das renommierte sagas.ensemble um den Regisseur und Produzenten Martin Mühleis sowie den Komponisten Christoph Dangelmaier nun den zweiten Teil ihrer Bearbeitung von Camus’ ikonischem Roman auf die Bühne.
Wieder haben sie aus dieser faszinierenden Geschichte eine emotionale Mischform aus Schauspiel, Lesung und Konzert geschaffen: ein berührendes Theaterstück von fesselnder Aktualität.
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