

„Ich habe das Gefühl, gerade erst am Anfang zu stehen.“ So beschreibt Kim Churchill seinen Weg: Vor 15 Jahren hat er begonnen, in einem Campingbus von Auftritt zu Auftritt zu fahren – und diesem verrückten Traum konsequent nachzujagen.
Aufgewachsen ist er in Merimbula an der Ostküste Australiens – eine Kleinstadt, die vor allem für Surfen, Austern und Walbeobachtungen bekannt ist. Mit 15 Jahren startete er als Straßenmusiker auf lokalen Bauernmärkten. Dank eines gefälschten Ausweises konnte er sogar schon in Pubs in der Umgebung auftreten. Direkt nach der Highschool brach er mit einem Van auf, um seine Träume zu verwirklichen und sich surfend durchs Land zu bewegen.
Schon im ersten Jahr hatte er Glück: Er gewann den Straßenmusik-Wettbewerb des Byron Bluesfest und wurde beim National Folk Festival als „Folk Artist of the Year“ ausgezeichnet. Das öffnete ihm Türen zu unglaublichen Reisen nach Japan, Nordamerika und Europa.
Als Straßenmusiker trat er weltweit auf und kaufte sich auf anderen Kontinenten zwei weitere Campingbusse. Heute besitzt er drei Stück: Jedes Jahr fliegt er zwischen ihnen hin und her, spielt auf Festivals und entdeckt die entlegensten Winkel der Welt – sowie all die wunderschönen Orte, an denen Musik entsteht.
Früh schloss Kim Churchill Freundschaft mit Billy Bragg. Bragg brachte ihm viel darüber bei, wie man als Künstler langfristig bestehen kann. Ein ganzes Jahr nahm Bragg ihn im Tourbus mit durch Amerika, Kanada, Europa und England – gemeinsam traten sie auch beim Glastonbury Festival auf.
In dieser Zeit schrieb Churchill den Song „Window to the Sky“. Er erschien auf dem Album „Silence/Win“ und half ihm entscheidend, musikalisch den nächsten Schritt zu machen. Verträge bei großen Labels folgten: Warner, Atlantic Records (UK) und Universal (Europa).
„Window to the Sky“ war damals der meistgespielte Song beim Radiosender Triple J, landete auf Platz 42 der „Hottest 100“-Charts, erreichte Platin-Status in Australien sowie Gold in Kanada und Deutschland und wurde über 50 Millionen Mal gestreamt.
Heute kümmert sich Kim Churchill selbst um sein Management und steuert „dieses wunderbare Schiff“ eigenhändig. Überall auf der Welt habe er großartige Menschen um sich, die im Laufe der Jahre zu engen Freunden geworden sind und ihn auf seinem Weg unterstützen. Besonders stolz ist er darauf, als Künstler die volle Kontrolle über seinen eigenen Weg zu haben.
Ein Dank geht an Billy Bragg als Vorbild. Vor einigen Jahren begann Churchill zudem, noch vor Sonnenaufgang aufzustehen und das Songschreiben zu einem kleinen Ritual für den Tagesanbruch zu machen: Jeden Morgen steht er gegen 5 Uhr auf, zündet Kerzen an und schreibt Musik. Diese Routine inspirierte sein letztes Album „Dawn Sounds“, das im Januar 2023 erschien.
Als unabhängiger, selbst gemanagter Künstler ging er damit auf Welttournee, verkaufte über 12.000 Tickets und spielte 149 Konzerte.
Mittlerweile ist Kim Churchill zurück in Australien. Er schreibt diese Zeilen gerade in seinem Camper in einer Kleinstadt auf der Eyre-Halbinsel in Südaustralien. Am 11. Oktober erscheint sein neues Album, das den Titel „It’s Lovely To Have You Here“ trägt. Churchill freut sich darauf, damit weltweit auf Tour zu gehen.
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