

In Uniterr, einem fiktiven Land der Zukunft, sind alle Papierbücher digitalisiert und den staatlichen Bibliotheken zugeführt worden. Privatbesitz wird geahndet – „in der Regel mit Leibesverlust“. Nur noch wenige Bücher sind in privatem Eigentum.
Pavlo bekommt eines in die Hände. Während er darin liest, wird er Teil des Geschehens und muss sich damit physisch und psychisch auseinandersetzen.
Diesen großartigen, zum Teil ironisch-sarkastischen Text schrieb Fühmann in einer Zeit, in der er zunehmend mit dem System in der DDR in Konflikt geriet. Es ist zum einen das Hohelied auf das haptische, gebundene Buch im Kontext seiner Übertragung auf digitale Speichermedien – zum anderen eine Auseinandersetzung mit totalitären Gesellschaften.
Erschreckend aktuell ist das zunehmende Erstarken literatur- und kunstfeindlicher Kräfte.
Es spielt und liest: Peter Zimmermann
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