

Regie: Laura Ollech
Für junges Publikum ab 14 Jahren und alle Generationen | Stroboskopische Effekte | Ca. 100 Minuten | Keine Pause
Frauen liegen auf der Straße. Bewegungslos. Schweigend. Erschöpft und doch voller Kraft – Kraft für einen stillen Aufschrei. Zunächst sind es nur einige Frauen, die sich vor das örtliche Krankenhaus legen. Mit der Zeit gesellen sich viele weitere Frauen an verschiedene Plätze der Stadt. Diese Frauen entziehen sich der gesellschaftlichen Erwartung, dass sie die Verantwortlichen für unermüdliche, unterbezahlte Care-Arbeit sind, die das System am Laufen hält.
Elin ist eine erfolgreiche Influencerin – umgeben von Luxusgütern, dreht sich ihr Leben um die Selbstinszenierung ihrer Person und ihres Körpers. Fankommentare, Hassnachrichten, wechselnde Sexualpartner, kein Innehalten, kein Ausruhen für noch mehr Klicks. Nuri steckt in Schwierigkeiten mit unterbezahlten, unfairen Jobs – nachts mixt er Drinks in Diskotheken, tags schiebt er Betten in einem Krankenhaus und abends liefert er Pizzen an die Erschöpften, die nicht mehr selbst kochen wollen. Ruth arbeitet unermüdlich als Pflegekraft im Krankenhaus und begleitet seit Jahrzehnten Kranke und Sterbende in einem unterbesetzten System.
Ein Mann, zwei Frauen. Drei Lebenswege und viele weitere kreuzen sich in diesem stillen Protest gegen ein prekäres kapitalistisches System, das auf Ausbeutung und Überlastung basiert.
Was folgt, sind zwei sich gegenüberstehende Phänomene: Ein Chaos, das verdeutlicht, was passieren würde, wenn Frauen ihre selbstverständlichen Aufgaben niederlegten und die Frage nach der Veränderbarkeit von Traditionen und Verhältnissen stellten. Gleichzeitig entsteht ein Zusammenhalt, der sich auflehnenden Menschen, gegenseitiges Verständnis und Fürsorge. All dies steht dem Chaos und den Anfeindungen – still – gegenüber.
Mareike Fallwickl ist mit ihrem feministischen Gesellschaftsroman UND ALLE SO STILL für das Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels 2025 nominiert. Die 1983 geborene österreichische Autorin debütierte 2018 mit Dunkelgrün fast schwarz. Mit Das Licht ist hier viel heller (2019) und Die Wut, die bleibt (2022) entwickelt sie sich mit Themen wie Machtmissbrauch, weiblicher Selbstbestimmung, Freundschaften und Abhängigkeiten zu einer Autorin, die sich für weibliche Erzählstimmen einsetzt.