Deine Veranstaltungen
in Bonn



Sa.
11 Apr.
2026
Natalja Kljutscharjowa beschreibt, wie TAGEBUCH VOM ENDE DER WELT am 24. Februar 2022 beginnt – dem Tag des Überfalls der russischen Armee auf die Ukraine. Von diesem Tag an hält die Autorin ein Jahr lang in vielen Miniaturen fest, was um sie herum geschieht – und was sie selbst tut, denkt und fühlt.
Sie pendelt zwischen Wut und Trauer, zwischen Ohnmacht und Protest. Mit großer Genauigkeit zeigt sie die Verwerfungen innerhalb der russischen Gesellschaft durch die permanente staatliche Propaganda; den wachsenden Graben zwischen den Menschen, die den Krieg befürworten und darin täglich durch die staatlichen Medien bestärkt werden, auf der einen Seite, und jenen, die den Krieg ablehnen und sich mit ihrem Protest in Gefahr für Leib und Leben bringen, auf der anderen.
Natalja Kljutscharjowa wird damit zur Stimme für einen Teil russischen Zivilgesellschaft, der im aktuellen Diskurs kaum zu hören ist: diejenigen Russinnen und Russen, die gegen den Krieg sind, und gleichzeitig von permanenten Schuldgefühlen geplagt, als Bürger*innen dieses Staates mitverantwortlich zu sein für diesen Krieg und das Leiden der ukrainischen Bevölkerung.
Aber sie erzählt auch vom Mut und der Zivilcourage derjenigen, die – selbst wenn es aussichtslos scheint – gegen den Krieg protestieren.
Darüber hinaus ist das Buch auch eine unglaublich feine und genaue Analyse der Veränderung und Verrohung der russischen Gesellschaft durch die permanente Propaganda – ein Thema, das leider auch für uns immer aktueller wird.