
Di.
10 Feb.
2026
Ab Di., 6.01.26, 6x dienstags 16:00-17:30 Uhr: OPERNSEMINAR mit Dr. Benedikt Holtbernd:
„Oper außerhalb Italiens, Frankreichs, Deutschlands – Ein unbelasteter Zugang zur Oper des 21. Jahrhunderts“ – Vortragsreihe zu „Awakening” (Premiere: 1.03.2026)“
Die westeuropäische Oper des 19. und 20. Jahrhunderts ist vornehmlich von einer dramatischen Handlung geprägt. Der Dualismus ist das spannungsgebende Movens der Oper zwischen Gut und Böse, Liebe und Tod, Mann und Frau. Das gilt sowohl für die Handlung selbst als auch für die Musik, die der erzeugten Dialektik in Form und Gestalt dient.
Schon Kantschelis Oper „Musik für die Lebenden“ hat gezeigt, dass im osteuropäischen Musiktheater eine andere Prägung aus der Volksmusik heraus entstehen kann, die nicht mehr dem konfliktgetragenen Schema folgt bzw. es humorvoll konterkariert.
Param Vir entwickelt aus seiner indischen musikalischen Erfahrung heraus, abgeglichen mit der westlichen Musik durch Kompositionsunterricht bei u .a. Peter Maxwell Davies einen ganz eigenen Zugang zu Musik und Drama. Diesem nachzuspüren wird eine fesselnde Aufgabe sein, um die zukunftsweisende Energie des Musikdramas zu erfassen.
Die Themen der sechs Veranstaltungen:
1. Die Wahrnehmungsverschiebung verschiedener Realitäten
2. Bühnenwirklichkeit als Versuch der Einbindung des Publikums in direkte bühnenferne Wirklichkeiten
3. Die Einbettung der Musik in eine neue überkulturelle Ästhetik
4. Neue Wege der Instrumentation durch Kombination westlicher und östlicher Musikinstrumente
5. Ein neues Verständnis der menschlichen Stimme
6. Ein neues harmonisches Klangverständnis als Ebnung eines anderen dramatischen Bewusstseins einer Zeitfreiheit
Referent: Dr. Benedikt Holtbernd studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum und promovierte über „Die dramaturgischen Funktionen der Musik in den Schauspielen Goethes“. Gleichzeitig studierte er Gesang. Dramaturg, Pressesprecher, Künstlerischer Betriebsdirektor und Operndirektor an verschiedenen Theatern von der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, über das Stadttheater Bern, die Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach bis hin zur Sächsischen Staatsoper Dresden, Semperoper. In Bonn Künstlerischer Geschäftsführer des Deutschen Musikrates. Er ist als Musikmanager international tätig.
(Text: Dr. Benedikt Holtbernd)
Termine: 6., 13., 20., 27. Januar, 3., 10. Februar 2026)