
So.
22 Feb.
2026
Regie: Jan Neumann | Musikalische Leitung: Camill Jammal
Bühne & Kostüme: Dorothee Curio | Dramaturgie: Carmen Wolfram
Das letzte Bundeskabinett beschloss einen Katalog mit 111 Maßnahmen gegen Einsamkeit. Einsamkeit, so die Erkenntnis, erhöht das Risiko für Übergewicht, Depression, Herzinfarkt oder Alzheimer. Dieses komplexe gesellschaftliche Problem kann hohe Kosten verursachen und zur Gefährdung der Demokratie führen. In Deutschland gibt es 14 Millionen einsame Menschen; die Zahl derjenigen, die sich als gelegentlich einsam empfinden, ist infolge der Pandemie auf über 40 Prozent gestiegen. Wie es sich anfühlt, einsam zu sein, weiß jeder Mensch.
Doch ist der Mensch nicht grundsätzlich einsam in seiner Existenz? Auch wenn man Mutter von vier Kindern, Vorsitzender mehrerer Vereine oder das Zentrum eines weit verzweigten Freundeskreises ist, kann man einsam fühlen. Jede Entscheidung kann einsam sein, und der letzte Moment im Leben bleibt oft einsam, selbst wenn jemand die Hand hält. Ist Einsamkeit nicht der Urzustand des Menschen, den er durch soziale Kontakte nur zu verbergen versucht?
Der Autor und Regisseur Jan Neumann hat gemeinsam mit seinem Ensemble einen poetisch-komischen Theaterabend über das ambivalente Gefühl der Einsamkeit entwickelt. Während der Proben entstand ein Raum, in dem Menschen - äußerlich betrachtet - nicht einsam sein sollten: die Familie. Im Inneren der familiären Beziehungen sieht es oft anders aus. Missverständnisse, Sprachlosigkeit und hektischer Alltag verhindern, dass man einander gut zuhört. Kommunikation über soziale Medien frisst oft die kostbare Familienzeit.
Darüber hinaus gibt es das Phänomen der überfürsorglichen Eltern, die sich ständig um jede kleine Angelegenheit ihrer Kinder kümmern. Der Abend zeigt, wie das Leben in Familien zwischen Inspiration und Isolation verläuft und sucht nach Wegen und Schritten aus der Einsamkeit - und hin zur Einsamkeit.