

Regie: Jan Neumann | Musikalische Leitung: Camill Jammal
Bühne & Kostüme: Dorothee Curio | Dramaturgie: Carmen Wolfram
Das letzte Bundeskabinett beschloss einen umfassenden Katalog gegen Einsamkeit. Einsamkeit, so heißt es, erhöhe das Risiko für Übergewicht, Depression, Herzinfarkt oder Alzheimer und sei ein komplexes gesamtgesellschaftliches Problem, das hohe Kosten verursachen kann. In Deutschland gibt es allein 14 Millionen Einsame, und infolgedessen der Pandemie ist die Zahl derjenigen, die sich als gelegentlich einsam betrachten, auf über 40 Prozent gestiegen. Jeder Mensch kennt das Gefühl der Einsamkeit. Doch ist der Mensch in seiner Existenz nicht sowieso einsam? Selbst in einer Familie oder in einem großen Freundeskreis kann dies der Fall sein. Jede Entscheidung könne einsam sein; an der Spitze sei es oft einsam, und auch in der anonymen Masse fühle man sich einsam.
Der Autor und Regisseur Jan Neumann hat gemeinsam mit seinem Spielensemble einen poetisch-komischen Theaterabend über das ambivalente Gefühl der Einsamkeit entwickelt. In der gemeinsamen Erarbeitung des Stückes fanden sie einen Raum, in dem Menschen eigentlich nicht einsam fühlen sollten: die Familie. Doch bei der Innenschau des Familienlebens sieht die Realität oft anders aus. Missverständnisse, Sprachlosigkeit und Unverständnis für die Probleme der anderen regieren oft den Alltag.
Die Kommunikation mit und in sozialen Medien frisst häufig die ohnehin knappe Familienzeit. Zudem gibt es das Phänomen übergriffiger elterlicher Fürsorge, wo Helikopter-Mütter oder -Väter sich rund um die Uhr um jede noch so kleine Abweichung im Leben ihrer Kinder kümmern. In diesem Theaterabend wird gezeigt, wie es in Familien zwischen Inspiration und Isolation lebt, immer auf der Suche nach Wegen und Schritten aus der Einsamkeit - und in die Einsamkeit.