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in Bonn



Do.
11 Juni
2026
Regie: Martin Laberenzca
In dieser 105-minütigen Aufführung ohne Pause wird die Geschichte von Jacques und seinem Herrn erzählt. Der legendäre Denis Diderot beginnt mit der Frage, wie die beiden Protagonisten einander begegnen, und entfaltet eine Erzählung voller philosophischer Fragen und humorvoller Dialoge.
Auf einer neuntägigen Reise durch das vorrevolutionäre Frankreich diskutiert das Duo, ähnlich Don Quijote und Sancho Pansa, Fragen der Willensfreiheit und des Schicksals. Sie genießen Wein, verweilen in Wirtshäusern und ziehen durch die Nacht, während sie mit anderen interagieren und Geschichten austauschen.
Jacques, der tatkräftige und abenteuerlustige Diener, verfolgt einen stoischen Fatalismus, während sein schüchterner Herr die Freiheit des Willens proklamiert. Diderot wählt den offenen Dialog als Form, bei dem der Erzähler ständig mit Reflexionen und Kommentaren interveniert. Diese dynamischen Gespräche bieten eine amüsante, aber auch lehrreiche Auseinandersetzung mit tiefgründigen Themen.
Mit Jacques der Fatalist und sein Herr liefert Diderot eine scharfsinnige Analyse der Beziehung zwischen Herr und Knecht, die auch bedeutend für nachfolgende Denker wie Hegel und Marx ist. Es ist ein Werk, das sowohl unterhält als auch zum Nachdenken anregt.