
Fr.
06 Feb.
2026
Der Iran befindet sich in einer tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Krise. Seit
der Machtübernahme der Islamischen Republik im Jahr 1979 prägt ein autoritäres,
ideologisch-islamistisches Herrschaftssystem das Land. Politische Freiheiten sind stark
eingeschränkt, Frauen werden systematisch diskriminiert, oppositionelle Stimmen
verfolgt und gesellschaftlicher Protest repressiv unterdrückt.
Im Zuge der jüngsten landesweiten Proteste erreichte die staatliche Gewalt eine neue
Intensität. Abseits der internationalen Öffentlichkeit wurden zahlreiche Menschen
getötet. Abertausende – darunter Kinder, Jugendliche und Frauen – wurden
festgenommen, verschleppt oder inhaftiert und sind weiterhin schweren Repressionen
ausgesetzt.
Die Veranstaltung beleuchtet diese Entwicklungen und analysiert gemeinsam mit dem
Iran-Experten Dr. Ali Fathollah-Nejad die autoritäre Entwicklung im Iran, ihre historischen
Ursachen sowie die Perspektiven gesellschaftlichen Widerstands. Ziel ist es, aktuelle
Prozesse einzuordnen und einen differenzierten öffentlichen Diskurs zu fördern.
Dr. Ali Fathollah-Nejad ist ein im Iran geborener Politikwissenschaftler. Er promovierte in
London und lebt heute in Berlin. Gründer des Center for Middle East and Global Order
(CMEG) und Senior Fellow an der Universität Bonn; Analysen u. a. bei Markus Lanz, in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung und bei Der Spiegel. Sein zuletzt veröffentlichtes
Buch "Iran – Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät" (Aufbau, 2025) gilt als
Standardwerk.