Vernissage am 21.06., um 16 Uhr mit Live-Performance des Sprechchors Dortmund
Der Dialog ist eine interdisziplinäre Installation von Johann Kralewski, die bildnerische Skulptur, Klangkunst und Performance miteinander verbindet. Im Zentrum steht die Transformation von Sprache in Raum und Resonanz. Die Arbeit zielt auf eine direkte sinnliche und intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis von Werden und Vergehen, Innerlichkeit und Öffentlichkeit, Individualität und Kollektiv im materiellen und spirituellen Sinne.
Kernstück der Arbeit ist eine Gruppe figürlicher Skulpturen aus der bisherigen Werkserie des Künstlers mit dem Namen Die Pilger, die seit März 2021 bereits an zehn Orten in der Schweiz und in Deutschland in unterschiedlichen Konstellationen und in verschiedenen Kooperationen mit anderen Künstlern gezeigt wurden. In dem Bonner Szenario sitzen die Figuren auf Podesten, in die Lautsprecher integriert sind. Über diese wird der Text als Audiodatei abgespielt. Der Text ist eine Zusammenführung von Auszügen aus Friedrich Hölderlins Essay “Das Werden im Vergehen“ und von Johann Kralewski verfassten Dialogen und Kommentaren. In einem Wechsel des intellektuell Anspruchsvollen mit dem Alltäglichen: eine Kollision und eine Ergänzung gleichzeitig; Abstraktes und Konkretes verbinden sich zu einem fließenden Geflecht von Bedeutungen.
Während der Vernissage findet eine Live-Performance statt: Das Sprechchor des Theaters in Dortmund rezitiert, überlagert, fragmentiert und variiert zentrale Textpassagen. Dabei werden kollektive Stimme und individuelle Artikulation in ein spannungsvolles Verhältnis zueinander gesetzt.
Das Publikum bewegt sich frei durch den Raum. Je nach Position nehmen die Besucher verschiedene Dialoge, Textschichten und Stimmen wahr: eine offene Komposition entsteht im Moment der Rezeption. Die Installation fordert damit sowohl räumliche als auch gedankliche Beweglichkeit.
Über das Projekt „Der Dialog“ hinaus, stellt der Künstler im Künstlerforum weitere Objekte, Grafiken und Malerei aus.