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in Bonn



Fr.
05 Juni
2026
Vokalensemble Alter Ratio (Kyjiw, Ukraine)
Olga Prykhodko, Künstlerische Leiterin und Dirigentin
Jacobus Gladziwa (Leipzig), Orgel
Konzertprogramm
Maxym Beresowski Vater Unser, g-moll
Alter Ratio
Carl Philipp Emanuel Bach Orgelsonate, g-Moll
Jacobus Gladziwa
Baldassare Galuppi Der wohlgestalte Joseph, B-dur
Alter Ratio
Maxym Beresowski Ehre sei dem Vater und dem Sohn / Motette für Chor a cappella (Moderne Erstaufführung), F-dur
Alter Ratio
Carl Philipp Emanuel Bach Orgelsonate, F-Dur
Jacobus Gladziwa
Maxym Beresowski Cherubim-Hymnus, Motette für Chor a cappella (Moderne Erstaufführung), C-dur
Alter Ratio
Maxym Beresowski Hört, mein Volk, auf mein Gesetz, Konzert für Doppelchor a cappella (Moderne Erstaufführung), D-dur
Alter Ratio
Baldassare Galuppi Te Deum, Nr. 2, D-dur für Chor und Orgel
Alter Ratio, Jacobus Gladziwa
Eine Reihe von Konzertpräsentationen, die die Ergebnisse der Forschung im Archiv der Sing-Akademie zu Berlin vorstellen.
Das Konzertprogramm umfasst neu entdeckte und edierte Werke des ukrainischen Komponisten Maksym Berezowsky sowie Kompositionen des deutschen Komponisten Carl Philipp Emanuel Bach und des italienischen Komponisten und Dirigenten Baldassare Galuppi, eines Zeitgenossen und Kollegen von Berezowsky.
Dieses Projekt stellt eine wichtige Brücke zwischen den wissenschaftlichen und kulturellen Gemeinschaften der Ukraine und Deutschlands dar. Die Archive enthalten wertvolle Autographe von Mitgliedern der Familie Bach sowie von anderen bedeutenden Komponisten. Ursprünglich wurden diese Materialien als Kriegsbeute von der Roten Armee in die Sowjetunion gebracht und dort über Jahrzehnte aufbewahrt. Ein bedeutender wissenschaftlicher Durchbruch gelang Anfang der 2000er Jahre, als ein großer Teil des Archivs der Sing-Akademie im Zentralen Staatsarchiv-Museum für Literatur und Kunst der Ukraine wiederentdeckt wurde. Die Rückführung dieser Bestände nach Deutschland war ein bedeutendes Zeichen des kulturellen Respekts und der Anerkennung eines gemeinsamen kulturellen Erbes.
Eine weitere bemerkenswerte Entdeckung war das Auffinden bislang unbekannter Werke des ukrainischen Komponisten Maksym Berezowsky. Dennoch wird ein großer Teil seines Erbes – wie viele Aspekte der ukrainischen Kulturgeschichte – weiterhin durch die Perspektive imperialer russischer Narrative interpretiert. Die gemeinsame Archivarbeit und internationale Forschung sind daher wesentliche Schritte zur Dekolonisierung der ukrainischen Kultur sowie zur Neubewertung der kulturellen und politischen Dynamiken des frühneuzeitlichen Europas.
Dieses Projekt und die begleitende Konzertreihe präsentieren das musikalische Erbe Maksym Berezowskys im breiteren Kontext der europäischen Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts. Das Konzertkonzept sowie die vermittelnden Formate des Projekts verdeutlichen die enge Verflechtung kultureller Entwicklungen und Aufführungspraktiken in den deutschen, italienischen und ukrainischen Musiktraditionen.